Dekubitus – Wundliegen

Lateinisch „Ulcus per decubitum“ = „Geschwür durch Liegen“

Der Dekubitus ist eine Hautschädigung. Genauer gesagt beschreibt ein Dekubitus den Bereich, an dem die Haut und das darunterliegende Gewebe lokal, chronisch geschädigt ist. Die Ursache liegt darin, dass Druck ohne Entlastung auf die Haut einwirkt. Daher wird auch oft das Wort „Druckgeschwür“ verwendet. Häufig entsteht diese Form der Hautschädigung durch lange Immobilität, sitzend oder liegend. Das heißt vor allem nach Verletzungen oder durch krankheitsbedingte Bettlägerigkeit kann ein Dekubitus auftreten. Der Druck geht in den meisten Fällen lediglich vom eigenen Körpergewicht aus, der durch den Druck der Knochen auf das Gewebe verstärkt wird, wie beispielsweise im Bereich des Steiß und der Ferse.

Die ersten Anzeichen für Dekubitus sind dauerhafte Rötungen. Je weiter sich das Druckgeschwür entwickelt, desto stärker ist die Schädigung der Haut und desto tiefer werden die Wunden. Es kann schlimmsten Falls zu Muskel- und Knochengewebeschäden kommen. Der betroffene Bereich kann jucken, brennen und auch starke Schmerzen verursachen.

An der Stelle, die durch ständigen Druck belastet ist, kann weder ein ausreichender Gasaustausch noch eine Nährstoffversorgung stattfinden. Das nährstoff- und sauerstoffreiche Blut gelangt nicht bis in die Zellen und das sauerstoffarme Blut wird nicht abtransportiert. Folge ist eine Azidose, eine Übersäuerung, zu wenig Sauerstoff und zu viel Kohlendioxid befinden sich an der betreffenden Stelle. Die Gefäße weiten sich zur verstärkten Durchblutung, welches durch eine deutliche, rötliche Verfärbung der Haut sichtbar wird. Die Gefäßwände werden durchlässiger und es kommt zu einem hohen Flüssigkeitsverlust und oberflächlicher Schädigung der Haut, wie durch Ödeme. Ödeme zeigen sich durch Schwellungen der Haut, durch Flüssigkeitseinlagerungen in der Haut und durch die Gefäßssysteme. Diese Minderdurchblutung, auch Ischämie genannt, führt  zu tiefergehenden Schäden des Gewebes bis schließlich die Zellen absterben. Gesunde Menschen würden dem Prozess mit Bewegung entgegenwirken und Entlastung bringen.  Allerdings ist dies für viele Patienten nicht möglich. Schwere Hautschäden sind die Folge.

Dekubitus wird in vier Stadien eingeteilt, die den Ablauf des Prozesses wiedergeben:

  • Stadium: Gefäßkompression
    • Sichtbar durch Verfärbung der Haut. Oberflächliche Schäden.
  • Stadium: Ischämie (Durchblutungsstörungen)
    • Sichtbar durch Schädigung der Epidermis und Dermis, Blasen, Abschürfungen oder flache Geschwüre.
  • Stadium: Anoxie (Stofftransportstörungen)
    • Schädigung der tiefergehenden Hautschichten. Sichtbar als tiefes offenes Geschwür. Beginnendes Absterben der Zellen (Nekrose).
  • Stadium: Zelluntergang (nekrotisches Gewebe)
    • Zerstörung der Hautschichten und zusätzliche Schäden an Muskeln, Knochen, Sehnen und Gelenken.

Jede Körperstelle, die weder durch einen Muskel noch durch Fettgewebe geschützt wird, kann ein solches Geschwür bilden: die Kreuzbeinregion, die Fersen, der Oberschenkelknochen, die Knöchel, sowie Schultern, Steiß und Hinterkopf. Wundliegen tritt meistens bei Menschen auf, die bedingt durch ihr Alter oder durch schwere Krankheiten pflegebedürftig oder bettlägerig sind. Zusätzlich weisen ältere Patienten Hautveränderungen auf, die Dekubitus begünstigen. Der Wassergehalt und die Elastizität der Haut nehmen mit steigendem Alter ab. Dies führt zu einer größeren Verletzlichkeit und verlangsamten Wundheilung.

„Dekubitus“ ist nach wie vor ein Thema, das Pflegefachkräfte und Mediziner beschäftigt. Dabei kann das Wundliegen mit aufeinander abgestimmten, rehabilitierenden Maßnahmen und speziellen Hilfsmitteln behandelt und oft sogar verhindert werden. Die Patienten müssen ständige Lagewechsel erhalten. Dadurch entsteht eine Druckentlastung. Die Haut muss gut gesäubert und gepflegt werden und besonders die anfälligen Stellen sollten gesondert gepolstert werden. Um diese Maßnahmen realisieren zu können, wird Fachwissen und ausreichend Zeit benötigt.

Die Entscheidung für den Einsatz eines bestimmten Lagersystems hängt von dem Gefährdungsgrad, dem Stadium und von den individuellen Bedürfnissen des Patienten ab. Dabei ist es wichtig zu beachten, dass dieses Hilfsmittel als Unterstützung dient und nicht als Ersatz der pflegenden Person. Sie muss weiterhin sämtliche Risikofaktoren, wie z. B. Hautveränderungen und Ernährungszustand einschätzen und die entsprechenden Pflegehandlungen einleiten.

Unsere Home Care-Abteilung besteht aus erfahrenen examinierten Krankenschwestern und Pflegern sowie Stoma-Therapeuten/innen, die individuell, diskret und umfassend beraten. Wir kennen eine Vielzahl an Produkten, um den Ansprüchen und Wünschen der Betroffenen gerecht werden zu können – und wir liefern Hersteller unabhängig. Des Weiteren leiten wir Pflegekräfte und Angehörige an, wie sie die Wunde zu dokumentieren haben und auch zu pflegen. Wir sind zertifiziert nach Kammerlander und ICW.

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