Rollator – Teil II

Die Wahl des richtigen Begleiters

Rund 2 Millionen Menschen in Deutschland sind täglich mit ihrem Rollator unterwegs.
So groß wie die Anzahl der Nutzer ist, so schwierig ist auch die Frage, welcher ist der richtige für mich und brauche ich einen?

Obwohl der Rollator mittlerweile das Bild der Straßen prägt und er eine große Erleichterung für viele Menschen in Bezug auf Mobilität sein kann, sind einige, die durch dieses Hilfsmittel entlastet werden könnten, nicht sonderlich gut auf ein solches „Gefährt“ zu sprechen.

Wer braucht denn schon so eine Gehhilfe?

Jeder der schon bei kurzen Strecken die Kraft verliert.
Jeder der bereits mit Gehstöcken läuft.
Jeder der Schmerzen beim Laufen verspürt.
Jeder der einen praktischen Begleiter benötigt, der auch als Ersatzeinkaufswagen dienen kann, weil man nicht mehr so schwer schleppen mag.

Jeder Mensch hat unterschiedliche Bedürfnisse, Fähigkeiten und Einschränkungen. Krank sein oder alt werden läuft nicht nach Rezept ab. Dementsprechend ist auch die Wahl des richtigen Begleiters im Alltag eine große Herausforderung. Wir möchten Ihnen mit einigen Hilfestellungen zur Seite stehen.

Warum benötige ich einen Rollator?
Es gibt unterschiedliche Gründe, warum man einen Rollator benutzen sollte.
Neben Schwindel, Gleichgewichtsstörungen und (Gang-)Unsicherheit, ist ein Rollator häufig nach Frakturen, Operationen und Schlaganfällen eine Option die Mobilität aufrecht zu erhalten beziehungsweise zu erhöhen. Aber auch Krankheiten, wie Multiple Sklerose, Parkinson oder Adipositas sind ein Grund für die Nutzung eines Rollators.

Um sich für das richtige Modell zu entscheiden, sollten Sie einige Faktoren bedenken:

Faktor Gewicht:
Wer einen Rollator kauft, entscheidet sich oft für ein Modell zwischen 7 und 10 Kilo. Für relativ geringe Unsicherheiten eine gute Option. Bei Patienten mit Sturzgefahr (wie bei Parkinson-Erkrankungen) sollten Sie lieber ein schweres Modell auswählen, welches schwieriger kippt.

Faktor Transport:
Wenn Sie den Rollator häufiger transportieren, achten Sie idealerweise auf eine Längsfaltung der Modelle. Diese Falttechnik ist komfortabler als die (sperrigere) Querfaltung. Meist müssen die Rollatoren dafür lediglich an einer Schlaufe in der Mitte der Sitzfläche hochgezogen und zusammengeklappt werden. Diese Falttechnik ermöglicht zudem einen sicheren Stand des Rollators, die Querfalter fallen leichter um.

Faktor Bremsen:
Testen Sie den Umgang mit Ihrem Rollator und vor allem mit dem Bremsmechanismus und der Anbringung der Bremsen. Mit kleinen Händen wird das Bremsen durch zu weit auseinanderstehende Handgriffe erschwert. Falls Sie einseitig beeinträchtigt sind, kann eine Umrüstung zu einer Einhandbremse von Vorteil sein. Hierbei werden beide Bremsen über einen Bremsgriff gesteuert und kontrolliert.

Faktor Ankippen:
Einige Modelle verfügen über so genannte „Ankipphilfen“. Diese unterstützen Sie beim Kippen Ihres Rollators. Praktisch ist dieses Zubehör bei Bordsteinkanten oder unebenen Flächen. Sind Sie also viel unterwegs, sollten Sie auf so etwas achten.

Faktor Memory Funktion:
Rollatoren mit dieser Funktion „erinnern“ sich an die, vorm Zusammenfalten, eingestellten Höhen. Man muss den Rollator nicht nach jedem Auseinanderfalten wieder neu einstellen. Wenn Sie ihren Rollator häufiger zusammenfalten, um ihn zu verstauen oder zu transportieren, ist eine solche Funktion praktisch.

Faktor Bereifung:
Je größer die Reifen, desto besser können Sie auf unwegsamen Flächen, wie Kopfsteinpflaster, fahren beziehungsweise laufen. Aber je kleiner die Reifen sind, desto wendiger ist Ihr Rollator.

Faktor Zubehör:
Die Modelle verfügen über unterschiedlich viel Zubehör. Sie sollten sich vor dem Kauf darüber informieren und über die Notwendigkeit dieses Zubehörs im alltäglichen Gebrauch nachdenken.
Stockhalter, Schirmhalter, Korb, Tasche (fest oder abnehmbar), Tablett … etc.

Am wichtigsten ist, dass Sie gut mit Ihrem Rollator umgehen können und im Umgang geschult sind.

Der Richtige lässt sich fast mühelos schieben und problemlos abbremsen (auch beladen).
Sie müssen wissen, wie sie ihn ankippen, zusammenfalten, bewegen und bremsen.

Den häufigsten Fehler, den man bei Rollator-Nutzern sieht ist:
Den Rollator, wie einen Einkaufswagen, vor sich her zu schieben!

Man sollte immer versuchen im Prinzip aufrecht „grade im Rollator“ zu stehen.
Das heißt die Hüfte befindet sich zwischen den Rädern und nicht dahinter, die Arme liegen leicht auf den Griffen (nicht überstreckt und nicht zu gebeugt) und der Rollator kann einfach in der Gehbewegung vorwärts geschoben werden, ohne große Anstrengungen.
Die Höhe der Griffe wird ermittelt, in dem der Betroffene sich neben seinen Rollator stellt, die Arme locker hängen lässt und dann die Griffe auf Höhe der Handgelenke eingestellt werden.

Fragen Sie unsere Fachberater nach Tipps und Tricks im Umgang mit Rollatoren.

weiterführende Links:

 

Kundenservice 0231 56 22 41 0