Sauerstofftherapie 

Mein Arzt hat mir Sauerstoff verordnet – welche Möglichkeiten gibt es eigentlich und wie funktioniert das?

Die gängigste Form der Sauerstofftherapie erfolgt mittels Sauerstoffkonzentratoren. Hierbei handelt es sich um ein elektrisches Gerät, das den Sauerstoff selbst erzeugt und somit nicht nachgefüllt werden muss. Der Sauerstoff steht also bei Bedarf immer zur Verfügung und kann jederzeit  eingesetzt werden. Konzentratoren sind auch für den Dauerbetrieb rund um die Uhr geeignet.

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stationärer Sauerstoffkonzentrator

Wenn Sauerstoff in sehr großen Mengen (bei einer Flussrate größer als 5 Liter pro Minute (kurz: 5l/min)) sporadisch eingesetzt werden soll (z.B. bei Clusterkopfschmerzen), verwendet man Sauerstoff aus Druckgasflaschen (meistens 10l-Sauerstoffflaschen mit Druckminderer).

Bei hohen Flussraten über längere Therapiezeit verwendet man meistens Flüssigsauerstoff.

Hierzu wird Sauerstoff auf -183°C herunter gekühlt und in Tanks gelagert. Ein Liter flüssiger Sauerstoff entspricht hierbei etwa 860 Litern gasförmigem Sauerstoff. Ein herkömmlicher, stationärer Flüssigsauerstoffbehälter mit 40 Litern Fassungsvermögen liefert somit also etwa 34000 Liter gasförmigen Sauerstoff und hält je nach verordneter Flussrate ungefähr 2 Wochen.

In Ergänzung zu den stationären Geräten für zu Hause gibt es mobile Sauerstoffgeräte für unterwegs. Am gebräuchlichsten sind hier Sauerstoffflaschen mit 2l oder 0,8l Fassungsvermögen. Bei den Druckminderern gibt es zwei Varianten:

Beim einfachen Druckminderer wird der Sauerstoff kontinuierlich mit der eingestellten Flussrate verabreicht. Hier hält eine 2l-Sauerstoffflasche bei eingestellter Menge von 2l/min und einem Flaschendruck von 200 bar (Standard) ca. 3,5 Stunden. Dann ist die Flasche leer und muss gewechselt werden.

Bei Sparsystemen (Geräte mit Atemtriggerung) fließt der Sauerstoff nicht kontinuierlich, sondern wird nur auf Anforderung abgegeben. Man atmet über die Nasenbrille durch die Nase ein und erst dadurch wird ein Sauerstoffstoß ausgelöst. Somit wird nur dann Sauerstoff freigesetzt, wenn er auch wirklich eingeatmet wird. Dadurch hält eine Sauerstoffflasche 2-3 Mal so lange wie beim Einsatz eines herkömmlichen Druckminderers.

Verwender von Flüssigsauerstoff benutzen üblicherweise kleine tragbare Flüssigsauerstoffsysteme, die über den stationären Flüssigsauerstoffbehälter immer wieder befüllt werden.

Mittlerweile gibt es auch zuverlässige mobile Sauerstoffkonzentratoren für unterwegs, die, genau wie stationäre Geräte, den Sauerstoff selbst produzieren und über das Stromnetz, den Zigarettenanzünder im Auto oder über moderne Lithium-Ionen-Akkus betrieben werden.

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