Therapiehund Ary in Aktion

Außeneinsatz: Unterwegs mit Frau Lucas und ihrem Golden-Retriever Rüden Ary

Ary ist der Therapiehund von Frau Lucas, einer Sprachtherapeutin des Sanitätshauses Tingelhoff.
Mit ihm besucht sie regelmäßig Seniorenheime und Förderschulen.
Durch ihre Arbeit als Sprachtherapeutin und Familienmensch ist sie 2011 auf den Hund gekommen. Ein wichtiger Aspekt bei der Überlegung, sich einen freundlichen Vierbeiner anzuschaffen war, den Hund zu Therapiezwecken ausbilden zu können. Nach einigen Recherchen stand die Entscheidung für einen Golden-Retriever auf Grund der rassebedingten Charakterzüge fest.

Steckbrief Ary:

  • Name: „Fantastic Friend Ary from Cheerful House“,
    kurz: Ary*18.02.2011
  • Geschlecht: männlich
  • Herkunft: Unna
  • Therapiehund seit: Sommer 2013
  • Charakter: verschmust, gehorsam, geduldig, aufgeschlossen
  • Hobbys: kuscheln, spazieren gehen und toben

Eine ihrer Gruppen ist eine Demenzgruppe. Zwei Mal im Monat, an einem Dienstag, macht sich Frau Lucas auf den Weg, um die Senioren eine dreiviertel Stunde lang mit Ary zu mobilisieren, aktivieren, motivieren und zu erfreuen.

„Der junge, hübsche Bursche auf 4 Beinen“

Die Bewohner sind voller Vorfreude auf dienstags, wenn die beiden zu Besuch kommen und sind gespannt was sich Frau Lucas dieses Mal für die Senioren und Ary überlegt hat.
Nach dem Durchqueren der Eingangstür weiß Ary schon genau wo es lang geht, eine Treppe hoch, dann links, dort befindet sich der Veranstaltungsraum. Zielstrebig läuft Therapiehund Ary auf den Raum zu.

Er ist von Anfang an gut gelaunt und er weiß, was auf ihn zukommt.
Gut 1 ½ Jahre lang sind die beiden ein Mensch-Hunde-Therapieteam und sind bereits Profis.

Der Raum wird noch hergerichtet, es werden Stühle im Kreis aufgestellt und Platz für die Rollstühle und Rollatoren gemacht. Nach und nach kommen mehr Bewohner in den Raum, einige gehen alleine, andere werden von den Pflegerinnen reingeschoben. Jeder darf mitmachen. Es gibt keine Einschränkungen und das Prinzip verfolgt auch Ary. Er begrüßt jeden gleich freundlich, macht keine Unterschiede zwischen jung, alt, dick, dünn, im Rollstuhl, mit Rollator oder gehend und das wissen und schätzen die Senioren. Ary hat ein Herz für alle. Und alle haben ein Herz für Ary.
Er wird auch „der junge, hübsche Bursche auf 4 Beinen“ von einigen Bewohnern genannt.
Freudig läuft er mit wedelndem Schwänzchen auf alle zu und lässt sich kraulen, streicheln und lieb haben. Er genießt die Aufmerksamkeit und schenkt den Bewohnern dafür Wärme.

Es ist erstaunlich zu sehen, wie ein Tier 14 Senioren glücklich macht. Als sie in den Raum kommen und Ary sehen, haben alle ein Lächeln im Gesicht. Auch zwischendurch wird immer wieder geschmunzelt, wenn Ary statt der Leckerchen seinen Ball aus der Kiste kramt, die Zeitungen durch die Luft wirbelt oder mitten in der Übung bei jemandem stehen bleibt, um sich noch eine Portion Streicheleinheit abzuholen. Alle machen mit, spielen mit dem Therapiehund, bereiten für ihn etwas vor und beobachten mit Spannung, was als nächstes passiert. Die Senioren sind 45 Minuten lang aktiv und  vor allem mit viel Spaß dabei.

Er begeistert von Anfang an, ein gut erzogener, lieber, umgänglicher, verschmuster Hund, der seine Reize auch genau einzusetzen weiß. Und so auch jeden um den Finger wickelt und man ihn einfach schmusen muss. Auch die Pflegerinnen, die ihre Bewohner hinbringen und abholen, kommen nicht drum herum Ary zu begrüßen und zu kraulen.

Silke bereitet sich immer individuell auf ihre Kurse vor. In der Demenzgruppe versucht sie die Senioren zu mobilisieren und zu aktivieren, so wie mit Hilfe von Ary zu motivieren.
Bewegungen wie bei dem Ballspiel mit Ary oder feinmotorische Aspekte, wie das Zerknüllen von Zeitungen werden spielerisch geübt und ausgeführt, häufig ohne das die Senioren darüber nachdenken.
Sie müssen zudem aufmerksam sein und aufpassen, wenn es zum Beispiel darum geht, wie viele Leckerchen für Ary versteckt werden. Dann wird jedes Mal laut mitgezählt, wenn Ary wieder eins findet. Sie feuern den Hund an, geben ihm Kommandos („Such Ary, such!“). Mittlerweile trauen sich fast alle ein Leckerchen direkt in die Hand zu nehmen und Ary zu geben.

Ablauf einer Therapiestunde mit Therapiehund Ary

Zu aller erst wird sich ausgiebig begrüßt, was vor allem Ary sehr gefällt, denn es findet anfangs immer eine Kuschelrunde statt. Nachdem alle angekommen sind, beginnen die Übungen.
Die Senioren bekommen zum Beispiel einen Ball in die Hand, welchen sie für Ary werfen sollen. Dieser apportiert den Ball und bringt ihn dann zurück. Die Senioren werden spielerisch in Bewegung gebracht, jeder so, wie er es kann.

Eine weitere Übung ist, dass die Gruppe viele Papierkugeln  aus zusammen geknülltem Zeitungspapier bastelt. Hierbei wird die Feinmotorik der Senioren angesprochen. Die fertigen Papierkugeln werden in eine große Kiste geworfen. Diese Übung ist auch für Ary sehr spannend. Während die Senioren basteln, wartet er geduldig und entspannt. Doch wenn Frau Lucas dann eine Hand voll Leckerchen in die Kiste schüttet, wird Ary aktiv. Seine Aufgabe ist es nun, alle Leckerchen in der Kiste zu finden. Natürlich darf er die Leckerchen sofort verzehren. Dabei macht Ary viel Wirbel. Er schmeißt die Zeitungskugeln einfach aus der Kiste raus und durch die Luft. Die Senioren freuen sich über das Chaos und feuern Ary an.

Um das Gedächtnis der Senioren zu fordern und zu fördern gibt es eine weitere Übung, Verstecken. Mit Hilfe von Frau Lucas werden im Raum einige Leckerchen versteckt. Ary muss unterdessen draußen warten, um nicht heimlich zu schummeln. Nachdem die Leckerchen alle platziert sind, wird Ary reingerufen. Alle zusammen geben ihm das Kommando zu suchen. Wenn Ary ein Leckerchen findet, wird laut mitgezählt. Die Senioren müssen aufpassen, wo Ary die Leckerchen findet und wie viele er bereits gegessen hat. Dabei sollen sie den Überblick behalten.

Zum Abschluss dreht Ary noch mal eine Runde zur Verabschiedung, es wirderneut ausgiebig gekuschelt. Ary und Silke verabschieden sich von jedem und es wird noch ein bisschen gequatscht.

Die zwei bringen „frischen Wind“ in das Leben der Senioren. Diese sind den beiden sehr dankbar für die dreiviertel Stunde Abwechslung und Spaß. Ganz banale Dinge, die Ary macht, erfreuen die Senioren. Manchmal ist gar keine große Anstrengung nötig, um jemanden zum Lächeln zu bringen.

Ballspiel:

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Zeitungsspiel:

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